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Geistliches Wort

Liebe Gemeinde,


vor Kurzem hat ein neues Schuljahr begonnen! Neubeginn – nicht nur für die Erstklässler und ihre Eltern. Auch für so manch anderen ist in diesen Wochen ein neuer Start angesagt: Schulwechsel, Lehre, Studium ... oder einfach nach ein paar Urlaubswochen mit neuer Energie und neuen Ideen wieder zur Arbeit.


Oft sind solche Neuanfänge – bei aller Unsicherheit – mit vielen Erwartungen und Plänen verknüpft. Wir machen weite Schritte. Im Alltag jedoch geht es seltener mit solch großen, spürbaren Schritten vorwärts. Da geht oft vieles weit langsamer als erhofft, Veränderungen sind schwer umzusetzen oder wir haben das Gefühl, einfach auf der Stelle zu treten. Dann macht sich Enttäuschung breit.


Darum ist es gut, sich immer mal wieder daran zu erinnern, dass es Gott ist, der reifen und gedeihen lässt. Der Vergleich mit dem Reifen einer Pflanze ist tat sächlich angebracht: wir können säen, gießen und Unkraut jäten, es gibt vieles, was wir selbst zu einer „guten Ernte“ beitragen können, aber ebenso viel, was wir nicht in der Hand haben und vor allem nicht beschleunigen können. Wenn wir dies außer Acht lassen, werden wir unzufrieden oder könnten gar dem Bauern gleichen, der im Bemühen, seinem Getreide beim Wachsen zu helfen, jedes Hälmchen ein Stückchen aus der Erde zieht, damit es der Sonne näher ist ... und sich am anderen Tag über die verdorbene Saat wundert.


Zu entscheiden, wo es anzupacken gilt, wo ein großer Schritt, ja vielleicht sogar ein Sprung ins Unbekannte, nötig ist oder wo es eher geduldig abzuwarten gilt, ist oft nicht einfach.
Vielleicht hilft es, ruhig immer mal ein paar kleine Schritte einzulegen, sich um zusehen und auch auf die – manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbaren – Zeichen am Wegrand zu achten.


Ich wünsche Ihnen jedenfalls, dass Sie alle alten und neuen Aufgaben, die in diesen Wochen auf Sie warten, mit Elan aber auch mit der nötigen Geduld und Gelassenheit angehen mögen. Gott helfe Ihnen bei den großen wie bei den kleinen Schritten.


In diesem Sinne grüßt Sie herzlich, auch im Namen des Kirchenvorstandes,
Ihre Pfarrerin
Constance Šimonovská