Geschichte

Hausweberei

Friedersdorf ist seit dem 01.01.2008 ein Ortsteil der Stadt Neusalza-Spremberg. Unser Ort mit ca. 1500 Einwohnern und einer Fläche von 1089ha, liegt im Oberlausitzer Bergland im Osten des Freistaates Sachsen, im Tal der Spree und an der B96. Es ist wie fast alle Dörfer in der Oberlausitz, im 12. Jahrhundert von Deutschen im Zuge der Besiedlung des Ostens gegründet worden. 1272 wird Friedersdorf erstmalig urkundlich erwähnt. Es war als "Waldhufendorf" gegründet. Diese Hufen - lange, ca. 25 ha große Flurstücke, rechtwinklig zum Laufe der Spree angelegt - sind trotz ständiger Veränderung (Teilung, Besitzerwechsel) heute noch erkennbar.
Woher der Name des Dorfes stammt - war es der Anführer der Siedler oder etwas anderes - ist nicht mehr nachvollziehbar.

Friedersdorf war und ist ein Dorf der Bauern, dazu kamen dann Handwerker und im 17. Jahrhundert die Hausweberei.
Später verdrängten die Textilfabriken dieses Gewerbe und Friedersdorf wurde noch ein Dorf der Fabrikarbeiter. Ein Industriedorf wurde es nie, abgesehen von kleinen Unternehmen, wie Farbenfabrik, Knopffabrik, ja selbst eine Fahrradfabrik war kurzzeitig ansässig.

Politisch war es bis ungefähr 1489-1493 ein Dorf, dann wurde es geteilt, und erst im Jahre 1938 wurde es wieder ein Dorf.
In unserem Friedersdorf-Lied bringt Walter Dutschke nicht nur seine Heimatliebe und die der Friedersdorfer zum Ausdruck, sondern auch in der dritten Strophe können wir die Situation der zwei Dörfer nachvollziehen.

Friedersdorf-Lied
Und auch andere laufende Veränderungen werden uns bewußt: Wer sieht heute noch vom Wacheberg die Klunst?
Auch die Herrschaften wechselten in den Jahrhunderten ständig. Abgaben und Steuern lasteten auf den Bewohnern, Hochwasser, Brände und Kriegsereignisse belasteten unser Dorf und seine Bewohner oft. Auch heute noch beschert uns die Spree solche Hochwasser, wie im Juni 1995. Die vor uns lebenden Generationen ließen sich dadurch auch nicht unterkriegen und bauten das Dorf zur heutigen schönen Gemeinde aus. Unsere schöne Umgebung, charakterisiert durch Täler, Flußläufe, sanfte Hänge und Berge, schön gegliederte Felder und Waldflächen, Straßen und Gassen, viel Grün im Dorf und liebevoll gepflegte Häuser und Gärten, war und ist für unsere Bewohner stets Anreiz und Motivation gewesen, immer Heimat und Gemeinsinn hochzuhalten.